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Konfliktmanagement

Konflikte konstruktiv lösen: Von der Eskalation zur Lösung

20. November 2025
10 Min. Lesezeit
Dr. Torsten Rambusch
Konflikte konstruktiv lösen: Von der Eskalation zur Lösung - Illustration zum Thema Konfliktmanagement

Konflikte gehören zum Alltag. Entscheidend ist, wie du mit ihnen umgehst. Lerne die Eskalationsstufen nach Glasl und praktische Lösungsstrategien kennen.

Konflikte sind Teil jeder Organisation. Sie entstehen aus unterschiedlichen Interessen, Werten und Perspektiven. Die Frage ist nicht, ob Konflikte auftreten, sondern wie wir mit ihnen umgehen. Konstruktiv oder destruktiv. Offen oder verdeckt. Lösungsorientiert oder eskalierend.

Fünf zentrale Leitfragen für konstruktiven Konfliktumgang

Welche Trigger kenne ich an mir?

Jeder Mensch hat Trigger: Situationen, Verhaltensweisen oder Worte, die intensive emotionale Reaktionen auslösen. In Konflikten werden diese Trigger aktiviert. Das Bewusstsein über die eigenen Trigger ist der erste Schritt zu souveränem Konfliktverhalten.

Was triggert dich? Missachtung? Kontrolle? Unklarheit? Ungerechtigkeit? Wenn du deine Trigger kennst, kannst du in Konflikten bewusster reagieren, statt automatisch zu eskalieren.

Wie weit ist unser Konflikt eskaliert?

Friedrich Glasl hat neun Eskalationsstufen von Konflikten beschrieben. Von der ersten Stufe (Verhärtung) über Stufe 5 (Gesichtsverlust) bis zur letzten Stufe (gemeinsam in den Abgrund). Jede Stufe erfordert andere Interventionen.

Die ehrliche Einschätzung der Eskalationsstufe hilft dir, realistische Lösungsansätze zu entwickeln. Nicht jeder Konflikt ist durch ein klärendes Gespräch lösbar. Manchmal brauchst du externe Mediation oder strukturelle Veränderungen.

Wie bleibe ich sachlich und souverän?

Souveränität in Konflikten bedeutet nicht, emotionslos zu sein. Es bedeutet, Emotionen wahrzunehmen, aber nicht von ihnen gesteuert zu werden. Du erkennst deine Wut, Enttäuschung oder Angst, lässt dich aber nicht von ihr treiben.

Konkret hilft: bewusste Atmung in aufgeladenen Situationen, Pausen nehmen, bevor du reagierst, Meta-Perspektive einnehmen (Was passiert hier gerade?) sowie klare Trennung zwischen Sache und Beziehung.

Was will ich jetzt, mittel- und langfristig erreichen?

In Konflikten verfallen wir oft in kurzfristiges Denken: Wie kann ich jetzt gewinnen? Wie kann ich den anderen in die Schranken weisen? Doch strategisches Konfliktmanagement denkt weiter: Was will ich mittelfristig in dieser Beziehung erreichen? Wie wirkt mein Verhalten auf andere? Welche langfristigen Folgen hat diese Eskalation?

Wie ist meine Lösungsstrategie?

Konflikte lösen sich selten von selbst. Du brauchst eine Strategie: Willst du den Konflikt direkt ansprechen oder zunächst die Beziehungsebene stärken? Brauchst du eine dritte Person als Mediator? Welche konkreten Schritte führen zu einer tragfähigen Lösung?

Konfliktursachen verstehen und bearbeiten

Erkennung der 5 häufigen Konfliktursachen in deinem Umfeld sowie deren Reflektion und Lösung

Die häufigsten Konfliktursachen sind: unterschiedliche Ziele und Interessen (Was will jede Partei wirklich?), Kommunikationsprobleme (Wird aneinander vorbeigeredet?), unklare Rollen und Verantwortlichkeiten (Wer ist wofür zuständig?), Wertekonflikte (Prallen grundlegend verschiedene Überzeugungen aufeinander?) sowie Ressourcenknappheit (Konkurrieren die Parteien um begrenzte Mittel?).

Die Analyse dieser Ursachen ist der Schlüssel zur nachhaltigen Konfliktlösung. Symptome zu bekämpfen bringt nur kurzfristige Ruhe.

Eigenes Konfliktverhalten reflektieren

Eigenes Konfliktverhalten und -typ verstehen

Menschen haben unterschiedliche Konflikttypen: Kämpfer, Vermeider, Harmonisierer, Kompromisssucher oder Problemlöser. Jeder Typ hat Stärken und Schwächen. Kämpfer setzen sich durch, übersehen aber oft Beziehungsschäden. Vermeider erhalten die Harmonie, lassen aber Probleme ungelöst.

Die Reflexion des eigenen Konflikttyps hilft dir, bewusster zu agieren. Du erkennst deine Muster und kannst flexibler reagieren.

Offen und konstruktiv mit Konflikten umgehen

Konstruktiver Konfliktumgang bedeutet: Konflikte frühzeitig ansprechen, bevor sie eskalieren, sachlich bleiben, aber Emotionen nicht verleugnen, Lösungen gemeinsam entwickeln, nicht einseitig durchsetzen sowie Feedback geben und annehmen.

Eskalationsstufen nach Glasl einordnen und intervenieren

Eskalationsstufen nach Glasl einordnen

Friedrich Glasls Eskalationsmodell beschreibt neun Stufen: Verhärtung, Debatte und Polemik, Taten statt Worte, Sorge um Image und Koalitionen, Gesichtsverlust, Drohstrategien, begrenzte Vernichtungsschläge, Zersplitterung sowie gemeinsam in den Abgrund.

Jede Stufe erfordert andere Interventionen. In frühen Stufen reichen Gespräche. In späteren Stufen brauchst du Mediation, strukturelle Veränderungen oder Trennung.

Praxistipps für konstruktive Konflikt- und Feedbackgespräche in schwierigen Situationen

Konstruktive Konfliktgespräche folgen einer Struktur: Vorbereitung (Was will ich erreichen? Was ist mir wichtig?), klare Eröffnung (Ich möchte mit dir über... sprechen), Sachebene klären (Was ist passiert? Welche Fakten gibt es?), Beziehungsebene ansprechen (Wie hat es sich für mich angefühlt? Wie für dich?), Lösungen entwickeln (Was können wir tun?) sowie Vereinbarungen treffen und nachhalten (Konkrete Schritte, nächster Check-in).

Konflikte souverän erkennen, ansprechen und nachhaltig lösen

Konflikte souverän erkennen bedeutet: Warnsignale wahrnehmen (Rückzug, verdeckte Aggression, sinkende Leistung), Muster erkennen (Wiederholen sich bestimmte Konflikte?) und rechtzeitig eingreifen (Nicht warten, bis der Konflikt eskaliert).

Konflikte ansprechen bedeutet: Mut haben, das Unangenehme zu benennen, klar und direkt kommunizieren sowie Verantwortung übernehmen (Ich will das klären, nicht: Du musst dich ändern).

Konflikte nachhaltig lösen bedeutet: nicht nur Symptome bekämpfen, sondern Ursachen bearbeiten, Vereinbarungen treffen und nachhalten sowie aus Konflikten lernen (Was können wir beim nächsten Mal anders machen?).

Entwicklungsfelder für konstruktives Konfliktmanagement

1. Erkennung der 5 häufigen Konfliktursachen in deinem Umfeld sowie deren Reflektion und Lösung

2. Eigenes Konfliktverhalten und -typ verstehen

3. Offen und konstruktiv mit Konflikten umgehen

4. Eskalationsstufen nach Glasl einordnen

5. Praxistipps für konstruktive Konflikt- und Feedbackgespräche in schwierigen Situationen

6. Konflikte souverän erkennen, ansprechen und nachhaltig lösen

Dr. Torsten Rambusch

Geschäftsführer

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