Führung

Führung ohne Systemverständnis? Das war 2025. Willkommen in der Realität.

7. Februar 2026
9 Min. Lesezeit
Dr. Torsten Rambusch
Führung ohne Systemverständnis? Das war 2025. Willkommen in der Realität. - Illustration zum Thema Führung

Die meisten Führungskräfte glauben, sie führen Menschen. Dabei führen sie in Systemen – und verstehen nicht, warum ihre besten Absichten scheitern. Systemisches Management ist keine Theorie, sondern Überlebensstrategie.

Warum Führung scheitert – und keiner versteht warum

Sie kennen das: Sie kommunizieren klar, setzen Ziele, geben Feedback. Ihr Team nickt. Und dann? Passiert nichts. Oder das Gegenteil von dem, was Sie wollten. Frustrierend. Aber hier ist die unbequeme Wahrheit: Das Problem sind nicht Ihre Mitarbeitenden. Das Problem ist, dass Sie versuchen, linear zu führen – in einem nicht-linearen System.

Klassische Führung denkt in Ketten: Wenn ich A sage, passiert B. Wenn ich Erwartungen klar formuliere, werden sie erfüllt. Wenn ich motiviere, steigt die Leistung. Das funktioniert in mechanischen Systemen. In Fabriken des 20. Jahrhunderts. Aber nicht in modernen Organisationen.

Moderne Organisationen sind komplexe soziale Systeme. Sie haben eigene Logiken, unsichtbare Regeln, emergente Muster. Und sie reagieren auf Ihre Interventionen oft völlig anders, als Sie erwarten. Nicht weil Ihr Team inkompetent ist. Sondern weil Sie die Systemdynamiken nicht verstehen.

Der entscheidende Unterschied: Kompliziert vs. Komplex

Komplizierte Probleme lassen sich durch Expertenwissen lösen. Ein Motor ist kompliziert. Wenn er nicht funktioniert, findet ein guter Mechaniker den Fehler und repariert ihn. Vorhersehbar. Kontrollierbar.

Komplexe Systeme funktionieren anders. Eine Organisation ist komplex. Sie besteht aus Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Werten, Wahrnehmungen. Diese Menschen interagieren. Und aus diesen Interaktionen entstehen Muster, die niemand bewusst erschaffen hat – aber die das Verhalten aller prägen.

Das bedeutet: Sie können eine Organisation nicht reparieren wie einen Motor. Sie können sie beeinflussen, irritieren, anregen – aber nicht steuern. Wer das nicht versteht, kämpft gegen Windmühlen. Und wundert sich, warum Führung so anstrengend ist.

Was ist ein System – und warum müssen Sie das verstehen?

Ein System ist mehr als die Summe seiner Teile. Es besteht aus Elementen (Menschen, Teams, Abteilungen), Beziehungen zwischen diesen Elementen und einer Grenze zur Umwelt. Aber das Entscheidende: Die Beziehungen sind wichtiger als die Elemente.

Ein Beispiel: Sie ersetzen ein schwieriges Teammitglied durch jemand Kompetenten. Das Problem bleibt. Warum? Weil das Problem nicht in der Person liegt – sondern im System. Die Beziehungsmuster, die Kommunikationslogiken, die unausgesprochenen Regeln – all das bleibt bestehen. Und das neue Teammitglied wird vom System geformt.

Systemisches Management bedeutet: nicht einzelne Elemente optimieren, sondern Beziehungsmuster verstehen und gestalten. Das ist der Paradigmenwechsel.

Muster erkennen: Die unsichtbare Macht der Wiederholung

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Als Führungskraft müssen Sie diese Muster erkennen. Nicht um sie zu zerstören. Sondern um bewusst mit ihnen zu arbeiten. Manche Muster sind produktiv – sie sollten verstärkt werden. Andere sind destruktiv – sie brauchen Irritation.

Reflexionsübung

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit für diese Leitfragen:

1

Welche Muster erkenne ich in meiner Organisation, die das Verhalten prägen?

2

Wo habe ich blinde Flecken in meiner Führungswirkung?

3

Wie anschlussfähig sind meine Interventionen für das System?

4

Welche Rolle erwartet die Organisation wirklich von mir?

5

Wie nutze ich Macht und Status konstruktiv?

Diese Fragen sind keine Checkliste, die man einmal abhakt. Sie sind eine Haltungsübung, die man täglich praktizieren muss.

Aber Achtung: Muster ändern sich nicht durch Appelle. Nicht durch Motivationsreden. Nicht durch neue Leitbilder. Sie ändern sich durch konsistentes, beharrliches Verhalten über Zeit. Das ist anstrengend. Aber es ist der einzige Weg, der wirklich funktioniert.

Ihre Rolle: Was erwartet die Organisation wirklich von Ihnen?

Ihre Stellenbeschreibung ist Fiktion. Ihre echte Rolle wird durch die Organisation definiert – durch explizite und implizite Erwartungen. Und diese Erwartungen sind oft widersprüchlich.

Sei innovativ – aber mach keine Fehler. Führe auf Augenhöhe – aber triff klare Entscheidungen. Sei nahbar – aber wahre Distanz. Diese Paradoxien sind kein Bug. Sie sind ein Feature komplexer Systeme.

Systemisches Management bedeutet: diese Widersprüche nicht aufzulösen, sondern auszubalancieren. Nicht entweder-oder, sondern sowohl-als-auch. Das erfordert Ambiguitätstoleranz – die Fähigkeit, Mehrdeutigkeit auszuhalten. Eine Kernkompetenz für Führung 2026.

Anschlussfähigkeit: Warum Ihre besten Ideen niemanden interessieren

Sie haben eine brillante Idee. Sie präsentieren sie. Und? Nichts. Keine Reaktion. Keine Umsetzung. Frustrierend. Aber hier ist die Erkenntnis: Es liegt nicht an der Qualität Ihrer Idee. Es liegt daran, dass sie nicht anschlussfähig ist.

Anschlussfähigkeit bedeutet: Ihre Intervention muss zur Logik des Systems passen. Wenn Sie in einer risikoaversen Organisation radikale Innovation fordern, verpufft das. Wenn Sie in einer hierarchischen Kultur Selbstorganisation predigen, wird das ignoriert.

Das heißt nicht, dass Sie sich komplett anpassen müssen. Aber Sie müssen die Sprache, die Logik, die Codes des Systems verstehen. Und Ihre Interventionen so formulieren, dass sie im System andocken können. Das ist nicht Manipulation. Das ist strategische Kommunikation.

Blinde Flecken: Was Sie nicht sehen, kann Sie nicht führen lassen

Jede Führungskraft hat blinde Flecken. Bereiche, die sie falsch einschätzt. Dynamiken, die sie nicht wahrnimmt. Wirkungen, die sie nicht versteht. Das ist normal. Das Problem ist: Die Organisation sieht diese blinden Flecken. Und reagiert darauf.

Systemisches Management bedeutet: bewusste Arbeit an den eigenen blinden Flecken. Durch Feedback. Durch Supervision. Durch ehrliche Selbstreflexion. Nicht als Selbstoptimierungs-Ritual. Sondern als strategische Notwendigkeit.

Wer seine Wirkung nicht kennt, kann sie nicht steuern. So einfach ist das.

Reflexionsfragen zur systemischen Führung

Macht und Status: Die Elefanten im Raum

Die meisten Führungsdiskurse ignorieren Macht. Als wäre sie ein unanständiges Thema. Aber Macht ist Realität. In jeder Organisation. In jeder Hierarchie. In jeder Beziehung.

Systemisches Management bedeutet: Macht nicht zu verdrängen, sondern bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Macht ist nicht per se schlecht. Sie ist ein Werkzeug. Die Frage ist: Wozu setzen Sie sie ein?

Um Kontrolle auszuüben? Oder um Handlungsfähigkeit zu ermöglichen? Um Ihre Position zu sichern? Oder um Entwicklung zu fördern? Das macht den Unterschied zwischen destruktiver und konstruktiver Machtnutzung.

Leadership 2026: Systemverständnis als Kernkompetenz

Die gute Nachricht: Systemisches Denken ist erlernbar. Es ist keine esoterische Theorie, sondern ein praktisches Handwerkszeug. An der STEP Akademie trainieren wir genau das – in Simulationen, Fallanalysen, Reflexionsräumen.

Denn Führung ohne Systemverständnis? Das war 2025. Willkommen in der Realität komplexer Organisationen. Am 26.-27. Februar 2026 startet das nächste Intensiv-Modul Systemisch managen. Nur noch 2 Plätze verfügbar.

Wer systemisch führen will, muss Systeme verstehen. Nicht theoretisch. Sondern praktisch, konkret, wirksam.

Entwicklungsfelder für systemische Führungskompetenz

1. Systemische Organisationstheorie als praktisches Werkzeug im Führungsalltag nutzen

2. Beziehungsmuster in Organisationen erkennen, verstehen und gezielt gestalten

3. Eigene Führungswirkung reflektieren und bewusst steuern lernen

4. Anschlussfähigkeit erhöhen und Interventionen systemgerecht formulieren

5. Blinde Flecken durch Feedback und Supervision systematisch bearbeiten

6. Macht und Status verantwortungsvoll und entwicklungsfördernd einsetzen

Dr. Torsten Rambusch

Geschäftsführer

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